Landtagswahl 2008-Kandidaten

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Landtagswahl 2008-Kandidaten
Gießen (-). Seit Donnerstag abend, 20.30 Uhr, ist es "amtlich": Der 27jährige Giessener Heiner Geißler ist der Direktkandidat der Freien Wähler im Wahlkreis 18 (Gießen I) für die hessische Landtagswahl am 27. Januar 2008. Nachdem sich bereits der Vorstand und die Mitgliederversammlung seines Stadtverbandes vor einigen Wochen und der Kreisvorstand einstimmig für ihn ausgesprochen hatten, wählten ihn die Mitglieder am Donnerstag abend ebenfalls einmütig. Geißler, der in Gießen geboren wurde, hier aufgewachsen ist, das Landgraf-Ludwig-Gymnasium besuchte und dort 1999 sein Abitur ablegte, fand danach seinen beruflichen Weg in der Immobilienbranche. Er ist Prokurist der Immobilientochter der Volksbank Mittelhessen. Geißler ist verheiratet, hat eine kleine Tochter und lebt mit seiner Familie im Giessener Stadtteil Wieseck. Den Stadtverband der Freien Wähler führt er seit 2002. Seit der Kommunalwahl 2006 gehört er der Giessener Stadtverordnetenversammlung an. Wie er bei seiner Vorstellung erläuterte, engagiert er sich privat außerdem bei den Wirtschaftsjunioren der Industrie- und Handelskammer Gießen.

In der vom FW-Kreisvorsitzenden Stefan Becker (Fernwald) geleiteten Versammlung zeigte sich Geißler optimistisch, dass die erstmalige Kandidatur der Freien Wähler bei einer hessischen Landtagswahl erfolgreich verlaufen und man ab 2008 dem hessischen Landtag angehören werde. Die Enttäuschung der Wählerinnen und Wähler über die etablierten Parteien habe bereits bei der Kommunalwahl 2006 zu einem bis dahin nie erreichten hessenweiten Aufschwung der Freien Wähler geführt, die den größten Zuwachs aller politischen Gruppierungen verzeichnen konnten. Die Politik der Parteien sei viel zu oft von faulen Kompromissen geprägt, Mandatsträger in Opposition wie Regierung hätten die Bodenhaftung verloren.

"Mit den Freien Wähler werden wieder Personen in den Landtag einziehen, die auch im kommunalen Bereich für eine bürgernahe Politik ohne Parteibuch stehen", machte Geißler deutlich. Die Freien Wähler sind als Verein, nicht als Partei organisiert und haben bei Wahlen den Status von Wählergruppen oder -gemeinschaften. Attribute wie Fraktionszwang oder Dirigismus von höheren Parteiebenen - wie besonders bei den großen Parteien in Gießen spürbar - sind den Freien Wählern seit jeher fremd.

Das Logo "FW" der Freien Wähler stehe für "frischen Wind" in Wiesbaden. In Anspielung auf den gescheiterten Versuch des hessischen Ministerpräsidenten, den Freien Wähler mit Steuergeldern für kommunale Wahlkampfkostenerstattung die besonders von der CDU gefürchtete erstmalige Beteiligung an der Landtagswahl abzukaufen, kündigte Geißler an: "Roland Koch - wir kommen doch!".

Er selbst strebe mit Unterstützung der mittelhessischen Delegierten bei der entscheidenden Landesmitgliederversammlung am 8. September im nordhessischen Guxhagen eine Plazierung unter den ersten zehn Positionen auf der Landesliste der Freien Wähler an. Dort werde auch das inhaltliche Programm der FW zur hessischen Politik beraten und beschlossen.

Zum Ersatzkandidaten im Wahlkreis Gießen I wählten die Mitglieder den 29jährigen Giessener Jörg Hebebrand. Der Angestellte eines großen Computer-Dienstleisters in Linden sieht sein Spezialgebiet in der Bildungspolitik. Mehrere Jahre war er Mitglied der Landesschülerkonferenz in Hessen und gehört derzeit der Bundesschülerkonferenz an.

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