Raum und Personalproblem bei der GIAG
Raum und Personalprobleme bei der Gesellschaft für
Integration und Arbeit Gießen
Gießen (-). „Die Lösung der Raum- und Personalprobleme bei der Gesellschaft für Integration und Arbeit Gießen (GIAG) ist für jedermann sichtbar in vollem Gang“, machen die Fraktionsvorsitzenden der Kreiskoalition Helge Braun (CDU), Günther Semmler (FW) und Andreas Becker (FDP) in einer Pressemitteilung deutlich. Sie widersprechen damit den Aussagen des Wettenberger Bürgermeisters Gerhard Schmidt vom Wochenende und jenen der Gewerkschaft Verdi und der Personalräte vom gestrigen Tag. In beiden war behauptet worden, dass sich in Sachen Raum- und Mitarbeiterfrage bei der GIAG keine Lösung abzeichne. Schmidt hatte konkret die Vorsitzende der GIAG-Gesellschafterversammlung, Andrea Kaup (FDP), dafür verantwortlich gemacht. Bedauerlich sei, dass sich gerade der an sich für seine Sachlichkeit bekannte Schmidt hier offenbar aus Unwissenheit von seiner Partei aufs Glatteis habe führen lassen. Dass die Aussagen von Unkenntnis geprägt seien, zeige auch, dass er Kaup als Vorsitzende eines angeblichen Aufsichtsrats bezeichne, den es in der GIAG überhaupt nicht gibt.
„Tatsache ist vielmehr, dass sowohl die kurzfristige Raumfrage durch Anmietung einer Außenstelle gelöst und die mittelfristige Raumfrage durch Start einer Ausschreibung für ein ‚Sozialrathaus’ aller Kreissozialbehörden auf den Weg gebracht ist“, machten Braun, Semmler und Becker deutlich. Wie der Presse in den letzten Wochen zu entnehmen war, bezieht die GIAG gerade in diesen Tage 20 neue, zusätzliche Büroräume im Erdkauter Weg. „Im Gegenzug werden vier Büros in der Nordanlage abgegeben, so dass unter dem Strich 16 Räume hinzukommen“, machte Andrea Kaup deutlich. Das erweiterte Raumangebot verpuffe keineswegs, wie behauptet, sondern werde zur Verbesserung der Beratungssituation (mehr Einzel- statt Doppelbüros) und dazu genutzt, noch ausstehende Stellen zu besetzen.
Auch hätten Schmidt wie die Gewerkschaft erfahren, wenn sie sich denn bei wirklich kundig gemacht hätte, dass die benötigte Personalaufstockung nicht nur längst begonnen, sondern inzwischen weitgehend abgeschlossen ist. „Von der Kapazitätsausweitung um 23,5 Stellen sind inzwischen 16 Stellen besetzt. Die verbleibenden können kurzfristig mit Bezug der Außenstelle besetzt werden.“ Und nicht nur das: Über seine eigene Verpflichtung hinaus habe der Kreisausschuss am Dienstag beschlossen, sechs Mitarbeiter der Bundesarbeit für Arbeit zu übernehmen, damit diese nicht aufgrund befristeter Verträge ab Sommer gehen und neue Kräfte mühsam angelernt werden müssten. „Wider besseres Wissen wurden gestern noch Ängste geschürt, dass die Betroffenen gehen müssten“, kritisiert man. Auch hier stimmten die Zahlen nicht: Bis Ende März 2009 betrifft es neun Mitarbeiter und nicht 18, denn bei weiteren Befristungen sind Verlängerungen möglich.
Auch beim Thema Betreuungsschlüssel korrigiert man die Kritiker: „Bezogen auf den Bereich ‚Markt und Integration’ (Arbeitsvermittlung und Fallmanagement) sind die Schlüssel bei der GIAG zwar noch nicht optimal, aber keineswegs so schlecht, wie von den Personalräten dargestellt: Für die erwerbsfähigen Hilfebedürftigen unter 25 Jahren liegt er bei 1:98, bei jenen ab 25 Jahren noch bei 1:433; nach den jetzt unmittelbar bevorstehenden Neueinstellungen wird er bei 1:329 liegen und nicht – wie von der Gewerkschaft gestern behauptet – bei 1:600“, machte Kaup deutlich. Insbesondere bei dem Personenkreis bis 25 Jahren sei die GIAG nicht weit entfernt vom „Idealwert“ 1:75, der allerdings auch keine verbindliche Vorgabe darstelle.
„Die Vorwürfe Schmidts, der Opposition im Kreistag und der Gewerkschaften gingen völlig daneben“, machten Braun, Semmler und Becker deutlich. Das Thema Arbeitsfähigkeit inklusive Raum- und Personalfragen sowohl der GIAG wie der anderen Jugend- und Sozialbehörden des Kreises genießen bei der Koalition in der Kreispolitik hohe Priorität. Das sei auch dringend notwendig, weil inzwischen unumstritten sei, dass sich seit 2005 in den ersten eineinhalb Jahren des Bestehens der GIAG unter politischer Dezernatsverantwortung der SPD gerade in Sachen Raum- und Personalkapazitäten so gut wie nichts getan hat. Dieses Erbe habe die Koalition übernommen und müsse es nun verspätet und unter schwierigen Rahmenbedingungen aufholen. Letztlich sei auch die geplante Realisierung eines „Sozialrathauses“ mit allen Ansprechpartnern unter einem Dach immer nur ein jahrelanger Wunschtraum der SPD geblieben, während CDU, Freie Wähler und FDP dieses ambitionierte Projekt konkret angepackt haben, heißt es abschließend.

