Vogelsberg-Tourismus
Vogelsberg-Tourismus
Gießen (dun/gdun/du). „Die Stärkung des ländlichen Raums hat für die Koalition aus CDU, Freien Wählern (FW) und FDP in dieser Legislaturperiode höchste Priorität“, machten die Fraktionsvorsitzenden Dr. Helge Braun (CDU), Günther Semmler (FW) und Andreas Becker (FDP) in einer Pressemitteilung deutlich. Anlass dafür war die Vorstellung einer aktuellen parlamentarischen Initiative der Koalition für die nächste Sitzungsrunde des Kreistages: Damit möchten CDU, FW und FDP den Beitritt des Landkreises Gießen zur Vogelsberg-Tourismus GmbH zum 1. Januar 2009 erreichen. „Ein Engagement des Kreises in dieser Organisation würde den östlichen Teil des Landkreises in seiner wirtschaftlichen Entwicklung erheblich stärken“, machten Semmler und Becker deutlich, die aus den touristisch sehr starken Ostkreis-Städten Laubach und Lich kommen. Damit würde man die seit Jahren sehr erfolgreiche Kooperation des Landkreises im Lahntal-Tourismus-Verband (LTV) sinnvoll ergänzen. Der LTV deckt die Westkreisgemeinden ab und vermarktet sehr professionell die Ferienregion entlang der Lahn von der Quelle bis zur Mündung. Der Vogelsberg-Tourismus GmbH mit Sitz in Schotten gehören 28 Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Gießen, Vogelsberg, Wetterau und Main-Kinzig, die Landkreise Wetterau, Vogelberg und Main-Kinzig, die IHK, der Hotel- und Gaststättenverband sowie verschiedene Anbieter-Institutionen an.
„Wir möchten das positive Beispiel im Westen jetzt auf den östlichen Teil des Landkreises ausweiten, um eine Strukturförderung im Bereich der touristischen Vermarktung auch hier aktiv zu fördern“, machte Grünbergs Bürgermeister Frank I d e, Kreistagsmitglied der FW, zusammen mit seinem Laubacher Amtskollegen Claus Spandau, CDU-Kreistagsmitglied, deutlich. Beide Städte engagieren sich seit Jahren in der Vogelsberg-Tourismus GmbH und erhoffen sich jetzt verstärkt dafür auch Unterstützung seitens des Landkreises. „Die Nachbarlandkreise Wetterau, Vogelsberg und Main-Kinzig können für uns hier gute Vorbilder sein, denn sie unterstützen die Regionalentwicklung seit Jahren ebenfalls durch eine Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit“, argumentieren die beiden Rathauschefs, unterstützt durch Andreas Becker, ehrenamtlicher Stadtrat in Lich.
Wie wirtschaftlich wichtig der Tourismus gerade im Osten des Landkreises und dessen aktive Förderung durch eine professionelle überregional tätige Vermarktungsorganisation ist, macht in den Augen der Kreiskoalition ein Blick auf die Übernachtungszahlen deutlich: Die vier Städte Lich, Grünberg, Hungen und Laubach registrierten 2006 insgesamt 151.744 Übernachtungen, verteilt auf die Städte sind die 52.135 (Laubach), 20198 (Lich) 8136 (Hungen) und 71275 (Grünberg) – und dies nur in statistisch erfassten Betrieben ab neun Gästebetten. Zum Vergleich: Hessens weltweit bekanntester Tourismusort Rüdesheim hat 320.000, die Universitätsstadt 107.000 Übernachtungen. Die tourismusbedingten Umsätze liegen nach dem wissenschaftlich anerkannten Wert von 75 Euro Wertschöpfung pro Übernachtung damit allein bei den mehrtägigen Aufenthalten in den vier Ostkreisstädten heute schon bei jährlich bei 11,4 Millionen Euro – den mindestens ebenso wichtigen Tages-, Kultur- und Tagungstourismus noch nicht mitgerechnet.
„Wir hoffen auf eine breite Zustimmung im Kreistag zu dieser Initiative, damit die vielen Initiativen zur Entwicklung des ländlichen Raums im Kreis Gießen gerade jetzt im Verbund mit dem Einstieg als neues EU-Fördergebiet auch im touristischen Bereich effizient gefördert und entwickelt werden können“, heißt es abschließend von CDU, FW und FDP.

