Bürgermeister Frank Ide

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Frank

Am 14. Juni ist großer Wahltag im Landkreis Gießen und auch in Grünberg. Landrätin Anita Schneider möchte ihre erfolgreiche erste Wahlzeit fortsetzen und auch für unseren Bürgermeister Frank Ide steht die Wiederwahl an. Der 52-jährige, der sich bei den Wahlen 2003 und 2009 mit großer Mehrheit gegen Kandidaten von CDU und SPD durchsetzte, hat in diesem Jahr eine ganz besondere Situation zu bewältigen. Erstmals gibt es keinen Gegenkandidaten, FW-Aktuell hat mit ihm darüber gesprochen:

Herr Ide, Bürgermeisterwahl ohne Gegenkandidat – gibt es da überhaupt eine Herausforderung?

Ide (lacht): Ja, auch das ist etwas Besonderes, denn auf dem Wahlzettel kann man „Ja“ oder auch „Nein“ ankreuzen. Ich muss den Menschen in unserer Stadt sagen, was in den vergangenen Jahren erreicht wurde und ich muss sie davon überzeugen, dass die Entwicklung Grünberg´s auch in den nächsten Jahren mit mir eine positive Entwicklung sein wird.

Aber mal ehrlich, viele werden doch gar nicht wählen gehen, oder?

Ide: Auch das ist natürlich eine Herausforderung. Bei der Landratswahl zu Jahresbeginn im Landkreis Kassel gingen gerade einmal 26 % der Bevölkerung zur Wahl. Das ist erschreckend und enttäuschend. Ich hoffe doch, dass es bei uns mehr werden. Ich möchte die Wähler überzeugen, aber auch animieren, am 14. Juni wählen zu gehen. Ganz privat und persönlich werde ich jedem Grünberger Ortsteil, in dem die Wahlbeteiligung höher als 50 % liegt, eine Sitzbank spendieren.

Ist das der Ersatz für die eingesparten Wahlkampfkosten?

Ide: Ja, teilweise schon. Natürlich wird es eine Wahlbroschüre, einige Wahlplakate und auch einige „Give-away´s“ geben, aber ich möchte mich bei den Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die mit ihrer Stimme unserem demokratischen Grundverständnis folgen.

Herr Ide, Sie sind jetzt seit über elf Jahren im Amt, gehören damit zu den Dienstältesten aktiven Bürgermeistern im Landkreis Gießen. Worauf sind Sie besonders stolz und was sind Ihre Aufgabenschwerpunkte für die nächste Amtszeit?

Ide: Das Arbeits- und Leistungsspektrum in einer Stadt wie Grünberg ist sehr vielfältig. Sicherlich ist der Rewe-Neubau in der Innenstadt etwas bedeutendes, da ich damals selbst bei den Grundstücksverhandlungen mit Investor, Betreiber und Grundstückseigentümer zum Erfolg beigetragen habe. Für die Innenstadt ist der Vollsortimenter existentiell sehr wichtig und obwohl in der Zwischenzeit Leerstände dazugekommen sind, ist die Situation immer noch viel besser als in anderen Städten in der Umgebung. Dies ist aber auch schon eine Aufgabe für die Zukunft und wir arbeiten schon daran. Unsere Gespräche und Diskussionen im Rahmen des Leitbildprozesses bringen uns da ebenso weiter wie die inzwischen erfolgte personelle Umstrukturierung in der Verwaltung mit einem Bereich Stadtmarketing und Stadtentwicklung.

Stolz bin ich auch auf die Entwicklung unserer Kinderbetreuungseinrichtungen. In allen sieben Kindertagesstätten haben wir in den vergangenen Jahren die Nachmittagsbetreuung eingeführt, in allen Einrichtungen betreuen wir inzwischen Kinder unter drei Jahren. Aber auch hier gibt es einen Wermutstropfen. Immer neue gesetzliche Anforderungen zwingen uns zu immer neuen finanziellen Belastungen. Um alleine die pädagogischen Raumanforderungen des neuen Kinderfördergesetzes zu erfüllen, werden wir eine weitere Kindertagesstätte bauen müssen. Dies kostet Geld und fehlt uns an anderer Stelle. Trotz allem bin ich der Auffassung, dass die Investition in eine gute Kinderbetreuung nachhaltig für eine Stadtentwicklung eine positive Sache ist.

Genauso wichtig ist aber auch eine gute Arbeit für Senioren. Mit der Einrichtung des hauptamtlichen Seniorenbüros in Kooperation mit der Diakonie haben wir da einen großen Schritt nach vorne gemacht, um den uns andere Städte beneiden. Dass daraus noch eine großartige Vernetzung von ehrenamtlicher Arbeit entstanden ist, freut mich besonders. Der 3. Platz beim Deutschen Engagementpreis im vergangenen Dezember zeigt die bundesweite Beachtung unserer Arbeit.

Ein Bereich, bei dem wir einfach so weitermachen müssen wie bisher, ist der Umgang miteinander in den politischen Gremien. Sicherlich diskutiert man auch mal kontrovers und reibt sich an manchen Themen, aber wer nicht extrem streitsüchtig ist, fühlt sich wohl bei uns.

Erreicht wurden in den vergangenen Jahren auch deutliche Fortschritte in unserer Infrastruktur. Viele Investitionen in unsere Abwasserkanäle sind erfolgt, das Netz ist für die Zukunft eingerichtet. Den notwendigen, sukzessiven Austausch maroder Wasserleitungen haben wir begonnen und werden ihn weiter fortsetzen. Die großen Straßenbauprojekte Ziegelberg, Bahnhofstraße, Kantstraße, Untere Neustadt, Ortsdurchfahrt Göbelnrod und die Straße zwischen Stangenrod und Lehnheim sind durchgeführt oder vor der Fertigstellung. Andererseits werden in unseren 14 Stadtteilen auch in den nächsten Jahren dringende Sanierungen erfolgen müssen.

Ich könnte jetzt noch vieles aufzählen, aber das hebe ich mir für die Wahlbroschüre auf. Sicher ist, dass wir in den nächsten Jahren auch weiterhin unter finanziell schwierigen Rahmenbedingungen versuchen müssen, die notwendigen Investitionen und Aufgabenbereiche gemeinsam zu meistern.

Letzte Frage Herr Bürgermeister, macht Ihnen der Job noch Spaß?

Ide (lacht erneut): Ja natürlich, auch wenn ich dieses Jahr offensichtlich der einzige bin, der davon überzeugt ist[SK1].


 [SK1]

 

 

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