Die Fraktionen von CDU, Freien Wählern und FDP haben den Vorschlag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, den Grünberger Marktplatz an Wochenenden testweise für den Autoverkehr zu sperren, abgelehnt. Aus ihrer Sicht handelte es sich nicht um ein durchdachtes Verkehrskonzept, sondern um einen Schritt mit erheblichen Nachteilen für Handel, Gastronomie, Besucher und die Erreichbarkeit der Innenstadt.
Die drei Fraktionen kritisierten insbesondere, dass die ablehnende Haltung vieler Gewerbetreibender unberücksichtigt blieb. Diese befürchteten Umsatzeinbußen und Nachteile für ihre Betriebe. Zudem seien die Auswirkungen möglicher Umleitungsstrecken auf Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss bislang nicht ausreichend geprüft worden. Ebenso habe es an klaren Zielen und objektiven Kriterien gefehlt, nach denen ein Verkehrsversuch hätte bewertet werden können.
Inzwischen haben die antragstellenden Fraktionen ihren Antrag zur Sperrung des Marktplatzes zurückgezogen. Stattdessen haben sie angekündigt, in der kommenden Sitzungsrunde einen Antrag zur Erarbeitung eines Verkehrskonzepts für die Grünberger Innenstadt einzubringen.
Die Freie Wähler begrüßen, dass damit nun ebenfalls der Weg hin zu einem ganzheitlichen Verkehrskonzept eingeschlagen werden soll. Ein solches Konzept müsse die Interessen von Anwohnern, Gewerbe, Besuchern und Verkehrssicherheit gleichermaßen berücksichtigen und dürfe nicht dazu dienen, eine bereits vorab festgelegte Marktplatzsperrung zu rechtfertigen.
Die FW Grünberg betont, dass sie den Marktplatz als lebendigen Aufenthaltsort stärken möchte. Aufenthaltsqualität und gute Erreichbarkeit seien dabei kein Widerspruch, sondern müssten gemeinsam gedacht werden. Ziel bleibe eine attraktive Innenstadt mit starkem Einzelhandel, lebendiger Gastronomie und praktikablen Verkehrslösungen.